Vorranggebiet Windenergie des RROP in der Gemarkung Langreder

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Vorranggebiet Windenergie des RROP in der Gemarkung Langreder

Die Stadt Barsinghausen hält die Vorrangfläche für Windenergie zwischen den Orten Egestorf, Langreder, Rederse und Wennigsen für ungeeignet.

Bürgermeister Lahmann und die Modellfluggruppe Barsinghausen e.V. sprechen sich gegen die Windkraftanlagen in der Gemarkung Langreder aus. © Stadt BarsinghausenDie Firma WPD mit Sitz in Bremen möchte im Ortsteil Langreder und in den Nachbargemeinden Gehrden und Wennigsen einen Windpark entwickeln. Grundlage ist ein Vorranggebiet im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP). Das RROP ist mit Bekanntmachung durch die Region am 10.08.2017 in Kraft getreten. Nach den Vorstellungen dieses Investors sollen sieben Windenergieanlagen entstehen. Diese sollen jeweils eine Gesamthöhe von ca. 230 m über Gelände haben.

„Die Stadt sieht die Vorrangfläche kritisch. Im Rahmen des Verfahrens zur Aufstellung des RROP hat die Stadt gegen die Ausweisung der Fläche zwischen Egestorf, Gehrden und Wennigsen interveniert,“ so Bürgermeister Lahmann. „Leider hat die Region Hannover unsere erheblichen Bedenken nicht berücksichtigt. Weder die Belange des Grundwasserschutzes noch der Schutz des Landschaftsbildes wurden ausreichend gewürdigt. Insbesondere die Belange der in der Umgebung wohnenden Bürgerinnen und Bürger müssen ernst genommen werden. Den Modellflugplatz hat die Region mit ihrer Ausweisung komplett übergangen. Aus diesen Gründen prüft die Verwaltung derzeit, ob gegen die Festlegung des Vorranggebietes vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Klage erhoben wird.“

Die Stadt Barsinghausen beabsichtigt trotz der Festlegungen im RROP auf die Entwicklung der Windenergie in ihrem Stadtgebiet Einfluss zu nehmen. Auf Initiative von Bürgermeister Lahmann trafen sich bereits die Verwaltungsspitzen und Verwaltungsausschüsse der drei Kommunen Gehrden, Wennigsen und Barsinghausen, um über eine gemeinsame Zielrichtung zu beraten.

Um das Handeln nicht allein den Investoren zu überlassen, beschloss der Rat der Stadt Barsinghausen bereits in seiner öffentlichen Sitzung am 29.08.2017 die Aufstellung des sachlichen Teil-Flächennutzungsplans „Windenergie“. Dieses Bauleitplanverfahren dient der Steuerung der Windenergie im gesamten Stadtgebiet und hat einen besonderen Fokus auf die Anlagenhöhe und den Trinkwasserschutz. Der Beschluss wurde am 14.10.2017 ortsüblich bekannt gemacht.

Die Modellfluggruppe Barsinghausen e.V. fühlt sich ebenfalls von den Planungen von WPD übergangen. Drei der geplanten sieben Windkraftanlagen sind unmittelbar um den seit über 38 Jahren bestehenden Modellflugplatz angeordnet. "Bisher wurden wir nicht beteiligt" äußert Vereinsvorsitzender Ulrich Schulz seinen Unmut. "Gemäß den aktuellen Planungen von WPD ist die Ausübung des Modellflugsports an der jetzigen Stelle nicht mehr möglich. Einen Alternativstandort haben wir nicht." 

Schon bald steht die Windenergie erneut auf der Tagesordnung der Gremien, denn auf Einladung von Bürgermeister Lahmann wird die Firma WPD am 19.04.2018 ihre Planungsüberlegungen in öffentlicher Sitzung dem städtischen Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt vorstellen. Hierzu sind Interessierte herzlich eingeladen.

Die beigefügte schematische Darstellung verdeutlicht die Größe der geplanten Windkraftanlagen, welche den Nienstedter Pass überragen würden.

Meldung vom 28.03.2018